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Rezension zum Film „Am Ende ein Fest“

von Gerd Steier

 

Seit dem 24. September ist der Film „Am Ende ein Fest“ in den Kinos. Mühelos schafft er nahezu enthusiastische Besprechungen in den Kulturmedien.

Da wird man als völlig humorlos und verkniffen gelten, wenn man dagegen hält: Dieser Film ist eine Katastrophe! (Und der folgende Vergleich sei natürlich auch nicht statthaft…)

Denn „Am Ende ein Fest“ ist reine Propaganda für das Recht auf legalen Zugang zu Euthanasie. Ein solcher Film steht in direkter Tradition von „Ich klage an“, mit dem im Dritten Reich das öffentliche Bewusstsein für die Akzeptanz des „Gnadentods“ vorbereitet werden sollte.

Dass er aus Israel und humoristisch daherkommt, macht die Sache nur noch schlimmer.

Filme transportieren Botschaften besser als Parlamentsdebatten, und so ist diese Botschaft ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich gegen eine weitere verhängnisvolle Entwicklung am Lebensende stemmen – und eine Riesenversuchung für alle, die den Tod fürchten.

Die Lobbyisten für den Tod frohlocken und können sich gar keine bessere Schützenhilfe wünschen, siehe letzte-hilfe.de: „Gerade noch rechtzeitig vor der finalen Abstimmung des Deutschen Bundestags in Sachen „Sterbehilfe“… Bei der Premiere in Berlin …war unsere Kampagne (Anm.: Mein Ende gehört mir) mit Informationsmaterial und der Ausstellung unserer Kampagnenfotos im Treppenhaus präsent. Das Thema unserer Kampagne wird auf einmalige Weise in allen Aspekten aufbereitet und abgehandelt.“

6. November 2015 im Bundestag, noch wenige Wochen bis dahin: Abstimmung über die Legalisierung von Assistiertem Suizid, einem schrecklichen Euphemismus. Die Abgeordneten sind drauf und dran, ohne Fraktionszwang und nur ihrem Gewissen verpflichtet! verhängnisvolle Weichen zu stellen. Unter dem Vorwand, den Geschäftemachern mit dem Tod entgegenzutreten, könnten Ärzte, Angehörige und Nahestehende eine Lizenz zum Töten bekommen. Wohlfeile Argumente wie Nächstenliebe, Selbstbestimmung und das Recht auf einen sicheren, angenehmen Tod werden ins Feld geführt und alle Warnungen und Erfahrungen aus Nachbarländern in den Wind geschlagen. Nur ein Antrag strebt ein vollständiges Verbot und damit Rechtssicherheit an, ein selbstverständlicher Standard in vielen europäischen Ländern.

Statt eines Sturms der Entrüstung liest man selbst in christlichen Blättern, z.B. pro magazin, über den Film wohlwollend:

„Jeder Mensch sollte die legale Möglichkeit haben, auf aktive Sterbehilfe zurückzugreifen. Denn es gibt jene Linie, ab der ein Leben nicht mehr lebenswert ist….mit einer legalen Möglichkeit wären den Alten die Skrupel, Selbstzweifel und Selbstvorwürfe, die Heimlichtuerei erspart geblieben….darf die Frage nach dem „guten Sterben“ – im Hebräischen heißt der Film „Mita Tovah“ – kein Tabu sein.“

Auch 1941 wurden ganze Schulklassen ins Kino geführt. Heute gehört der Propagandafilm „Ich klage an“ immer noch zu den Vorbehaltsfilmen und darf in Deutschland nur eingeschränkt gezeigt werden.

Das kann auch so bleiben. Er hat offenbar einen attraktiven Nachfolger gefunden. Und anstatt unsere Abgeordneten zu bestürmen, empfehlen uns die Rezensenten lieber den
Kinobesuch.

 

Hier der Link zu letzte-hilfe.de

 

Posted in Keine Lizenz zum Töten.