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Stellungnahme der DGPPN zum ärztlich assistierten Suizid

Auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat zur Debatte um den geplanten §217 StGB Stellung bezogen.

Die derzeitige gesellschaftspolitische Debatte vor dem Hintergrund eines Gesetzgebungs-projektes zur Suizidbeihilfe, auch durch Ärzte, die nicht selten fälschlicherweise als Sterbehilfe bezeichnet wird, veranlaßt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) zu einer eindeutigen Positionierung: Beihilfe zur Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe. Aus psychiatrischer Sicht muss stattdessen der Schwerpunkt auf Suizidprävention und dem Kampf um das Leben jedes einzelnen Menschen liegen.

Suizidalität und psychische Erkrankungen
Die aktuelle gesellschaftliche Debatte zur Suizidbeihilfe betrifft die Psychiatrie in besonderer Weise. Selbsttötungsgedanken (oder -versuche) und Suizidrisiko sind häufige Begleitphänomene fast aller schweren psychischen Erkrankungen. Die überwiegende Mehrheit der derzeit jährlich etwa 10.000 Suizide in unserem Land wird von Menschen mit psychischen Erkrankungen vollzogen. Daher hat sich die Psychiatrie in Forschung und Praxis sehr intensiv mit Suizidversuchen und Suiziden sowie deren Verhütung befasst.

In der öffentlichen Diskussion heißt es oft, dass Menschen mit schweren somatischen Erkrankungen, die um Beihilfe zum Suizid bitten, sich grundsätzlich von suizidalen Menschen mit psychischen Erkrankungen unterscheiden würden. Auch in der politischen Diskussion werden vorzugsweise Beispiele von ausschließlich durch körperliche Krankheit verursachte Leiden mit terminaler Prognose angeführt. Diese Polarisierung verkennt die Realität: Oft gehen das Leid bei körperlicher Krankheit und das psychische Leid (zuweilen auch als Folge des körperlichen Leidens) untrennbar ineinander über. Es ist ein komplexes Bedingungsgefüge, das den schwindenden Lebenswillen und das Dringen auf einen vorzeitigen Tod bestimmt.

Den vollständigen Text finden Sie hier.

Posted in Keine Lizenz zum Töten.