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Welttag der Suizidprävention – Hilfe zum Leben

Presseerklärung von Hubert Hüppe MdB zum Welttag der Suizidprävention

Von jährlich hunderttausend Suizidversuchen in Deutschland enden zehn Prozent tödlich. Hinter fast allen Suiziden und Suizidversuchen stehen eine psychische Erkrankung oder soziale Probleme wie Vereinsamung. Hier ist es Aufgabe einer humanen Gesellschaft, medizinische Hilfe und soziale Unterstützung bereitzustellen.

Daran erinnert der Weltsuizidpräventionstag am 10. September, der durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Association for Suicide Prevention (IASP) 2003 erstmals den 10. September als Welttag der Suizidprävention ausgerufen wurde.

Dass zielgenaue Hilfe bei Suizidgefährdung möglich und erfolgreich ist, zeigen die Zahlen: die wenigsten Menschen, die nach einem Suizidversuch professionelle Hilfe erhalten, machen jemals wieder einen Suizidversuch.

Die Einführung eines Rechtsanspruchs auf professionelle Hilfe zur Selbsttötung wäre hingegen das Gegenteil des Gebotenen. Selbst wenn solch ein Rechtsanspruch zunächst formal auf unheilbare körperliche Erkrankungen beschränkt wäre, würde er die gesellschaftliche Akzeptanz des Suizids zumindest für einige Fälle dokumentieren.

Die eingezogenen Grenzen, insbesondere der Ausschluss psychischer Erkrankungen, würden dem Diskussionsdruck nicht lange standhalten. Das lehrt die Erfahrung des Auslandes:

In den Niederlanden, wo Euthanasie ausschließlich für einwilligungsfähige, unheilbar körperlich Kranke eingeführt wurde, befürwortet heute jeder dritte niederländische Arzt Euthanasie bei Dementen, bei psychisch Kranken und bei gesunden Lebensmüden, so eine im Frühjahr 2015 veröffentlichte Studie.

2013 ließ sich ein ansonsten gesunder 44-jähriger Belgier nach einer missglückten Geschlechtsumwandlung wegen unerträglicher psychischer Leiden töten. 2014 legalisierte das belgische Parlament Euthanasie auch an Kindern.

Ebenfalls 2014 wurde der Euthanasieantrag des körperlich gesunden, aber psychisch leidenden belgischen Sexualstraftäters Frank Van Den Bleeken akzeptiert. Als man ihm spezielle Therapie anbot, ließ er die Tötung absetzen.

Gerade letzteres zeigt, worauf der Weltsuizidpräventionstag hinweist: dass nämlich Hilfe und Prävention möglich sind.

 

Posted in Keine Lizenz zum Töten.