Logo NasPro

Presseerklärung zum Welttag der Suizidprävention am 10. September

Logo NasPro Suizidprävention ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe

In Deutschland nehmen sich jedes Jahr etwa 10.000 Menschen selbst das Leben, mehr als 100.000 versuchen es. Es sterben daher mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, illegale Drogen und Aids zusammen. Besonders suizidgefährdet sind vor allem ältere Menschen. „Jeder zweite Suizid einer Frau in Deutschland ist zur Zeit der einer über 60-Jährigen“ so Prof. Dr. Armin Schmidtke, „Nationales Suizidpräventions­programms für Deutschland“. Im Hintergrund von Suiziden stehen häufig psychische Erkrankungen, soziale Isolierung, Zukunftsangst und Hoffnungslosigkeit.

Um die Öffentlichkeit auf diese weitgehend verdrängte Problematik aufmerksam zu machen wird alljährlich am 10. September der Welttag der Suizidprävention von der International Association for Suicide Prevention (IASP) und der Weltgesundheitsorganisation WHO durchgeführt. Auch in Deutschland finden in diesem Jahr wieder viele Veranstaltungen statt (Informationen auf www.welttag-suizidpraevention.de).

Leider sind die Bemühungen, den Ursachen vorzubeu­gen, aber noch immer unzureichend. Es wurde zwar am 2. Juli 2015 im Bundestag ein Gesetzentwurf der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ zur Suizidprävention eingebracht, leider befürchtet das Nationale Suizidpräventions-programm für Deutschland jedoch, dass solche präventiven Ansätze aus parteipolitischen Gründen und im Rahmen der Diskussion um assistierten Suizid zerredet werden. In der Bundestagsdiskussion waren leider auch immer noch einige Vorurteile gegenüber suizidgefährdeten Personen erkennbar (wie „durch Nachfragen bei gefährdeten Menschen könne man diese erst auf Suizidgedanken bringen“, „Wer darüber spricht tut es nicht“ und „man könne niemand davon abhalten, wenn er es wirklich wolle“). Diese Vorurteile erschweren die Suizid-prävention. Wissenschaftliche Studien zeigen dagegen, dass Personen, denen über Krisen geholfen wird, selten einen Suizidversuch wiederholen. In der Suizidforschung gilt auch der Effekt der Methodenrestriktion als eindeutig gesichert. Wenn einzelne Methoden, z. B. auch der Zugang zu hohen Brücken, nicht mehr zur Verfügung stehen, gibt es einen Rückgang der Suizide. Ein Ausweichen auf andere Methoden findet nur in sehr geringem Maße statt.

Das Nationale Suizidpräventionsprogramm weist daher auf Grund der doch immer noch sehr hohen Suizid- und Suizidversuchszahlen darauf hin, dass Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und nicht im Parteienstreit zerredet werden soll. Jeder, der Hilfe sucht, sollte unkompliziert und schnell qualifizierte Hilfe finden. Auch Angehörige und Hinterbliebene dürfen nicht allein gelassen werden.

 

Ansprechpartner:

Prof. Armin Schmidtke

Vorsitzender des Nationalen Suizidpräventionsprogramms

Tel.: 01718057705

Email: ArminSchmidtke@t-online.de

 

Georg Fiedler

Sekretär des Nationalen Suizidpräventionsprogramms.

Email: presse@naspro.de

 

www.suizidpraevention-deutschland.de

Posted in Keine Lizenz zum Töten.